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Industrielle Stickerei

Die Stickerei als Kunst In historischen Museen und Schatzkammern bewundern wir heute viele Meisterwerke der Stickerei. Da finden Sie kostbare geistliche und weltliche Ornate, Paramente, Uniformen, Prunkfahnen und Standarten. Die meisten dieser Exponate gehören technisch gesehen in den Bereich der Textilstickerei. In volkskundlichen Abteilungen und ethnographischen Sammlungen werden aber auch historische oder exotische Beispiele der Textilstickerei ausgestellt, die man weitläufig als Trachten bezeichnen kann. Hier gibt es zahllose Beispiele für kunstvolles Besticken von Kleidungstücken, wie wir sie heute noch lebendig vor Augen geführt bekommen. Unsere einheimischen Trachten z.B., vor allem des süddeutsch-österreichischen Kulturraums, zeigen noch eine Vielfalt vom Kunsthandwerk der Textilstickerei, aber auch der Stickerei auf Leder, das eine eigene Technik für das Besticken darstellt. Feine Stoffe für die sogenannten Dirndl sind jedoch durch Bedrucken veredelt. Der Variationsreichtum originaler oder nachempfundener Stickerei in der Folklore sei hier nur am Rande erwähnt. Kostbare Stickerei für den sakralen Gebrauch und bei aufwändigen Einzelstücken wie Prunkfahnen sind reine Handarbeit geblieben. Bei den Trachten aber hat bereits die industrielle Stickerei eingesetzt. Die industrielle Stickerei Nach der Mechanisierung und Industrialisierung der Stoffherstellung und der technischen Weiterentwicklung, Stoffe automatisiert zu bedrucken, entstand auch der Wille, die Produktion von Stickerei mit technischen Mitteln zu vereinfachen. Mit reiner Handarbeit war kein industrielle Stickerei möglich. Dazu brauchte es Maschinen. Erst 1829 gelang es dem Elsässer Josua Heilmann eine funktionierende Stickmaschine zu erfinden, die Handarbeit nachahmen konnte. In der Schweiz entwickelte sich in der Folge eine wichtige Heimindustrie. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten mechanischen Stickmaschinen gebaut, die Grundlage für die industrielle Stickerei. Während in der Schweiz die Heimarbeit im Verlagssystem bis 1910 ein wichtiger Faktor der Wirtschaft und des Exports blieb, entwickelten die Firmen Benninger in Uzwil (ab 1870) und Sauer in St. Gallen (ab 1885) "moderne" Stickmaschinen. In Plauen wurde aber durch die Maschinen der VOMAG ab 1881 der Schweiz der Vorrang bei der industriellen Stickerei streitig gemacht. 1910 wurde die erste vollautomatische Stickmaschine entwickelt und die VOMAG behauptete damit vorerst die Stellung als Weltmarktführer bei den Stickmaschinen. Durch weitere Produktionslinien ging die VOMAG aber 1931 zugrunde. Entwicklung der Textilstickerei im Computerzeitalter Obwohl traditionelle Standorte weggebrochen sind, konnte Deutschland im Bereich Industrielle Stickerei eine führende Position behalten. Dies gilt sowohl für Herstellung von Stickmaschinen, als auch bei der Software-Entwicklung. Ein Beispiel: In kleinen Firmen, wie Gietl in Nabburg / Oberpfalz, wurden wichtige Schritte für die serielle Stickerei unternommen. Eine heute weltweit verbreitete Software, McStitch, wurde ab 1988 so weit entwickelt, dass sie alle gängigen Formate von Stichdateien lesen und weiterverarbeiten kann. Die Stickmaschinen - Einkopf- oder Mehrkopfmaschinen - der großen Hersteller, wie Toyota, Fortron oder Barudan können direkt angesteuert werden. Die Software-Entwickler von GiS in Lenningen haben etwa gleichzeitig ihre mehrsprachige BasePac Reihe ausgebaut, die heute in 60 Ländern zum Einsatz kommt. Die permanente Entwicklung der Textilstickerei macht dem Bedrucken von Textilien ernsthaft Konkurrenz. Große internationale Firmen nutzen die Dienste hochspezialisierter Firmen zum Besticken höherwertiger Werbemittel. Die Industrielle Stickerei kann durch die Flexibilität von Software und Maschinen heute vom Einzelstück bis zur Massenfertigung alles besticken. Gängigste Produkte sind Basecaps, Shirts, Jacken und Hemden. Ein wichtiges Standbein sind auch Firmenaufträge für Arbeitskleidung mit Schriftzügen und Logos. Für Spezialtextilien können chemieresitente Garne bearbeitet werden. Ein Extrembeispiel der Textilstickerei ist die Bestickung von Feuerwehr-Anzügen mit feuerfesten Garnen. Fast alles, was man bedrucken kann, kann man auch besticken. Das Umgekehrte gilt nicht. Warum also Bedrucken, wenn man Besticken kann?
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